Cluster B — Verstehen & Berechnen
Verbraucherpreisindex (VPI) erklärt
Der VPI ist das Maß der Inflation in Deutschland. Wie er berechnet wird, was hinter den Zahlen steckt — und warum er weiter auf Basis 2020 = 100 läuft, während der HVPI seit Januar 2026 auf 2025 = 100 umgestellt ist.
Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), VPI-Wägungsschema Basisjahr 2020 (Revision 2023), ergänzt um die HVPI-Abteilung 13 „Körperpflege" (HVPI-Wägungsschema 2026). Aktuelle Inflationsdaten: VPI September 2026 (Destatis PM 348/2026 vom 30.09.2026). Zuletzt geprüft: .
Was ist der VPI?
Der Verbraucherpreisindex misst, wie sich die Preise eines repräsentativen Warenkorbs von Konsumgütern und Dienstleistungen über die Zeit verändern. Er bildet die Inflation aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher ab.
Wie wird er erhoben?
Das Statistische Bundesamt (Destatis) und die Statistischen Landesämter erheben monatlich Preise zu rund 700 Güterarten in 188 ausgewählten Berichtsgemeinden. Insgesamt gehen pro Monat ungefähr 350.000 Preisbeobachtungen in die Berechnung ein. Online-Preise werden zunehmend per Web-Scraping ergänzt.
Das Wägungsschema (Basis 2020)
Der VPI gliedert den Warenkorb in 12 Abteilungen. Jede geht mit einem festen Gewicht in den Index ein. Die Gewichte stammen aus dem Wägungsschema des Basisjahres 2020 und werden bei jeder Basisumstellung (etwa alle 5 Jahre) an die Konsumstruktur eines Durchschnittshaushalts angepasst.
Die Tabelle zeigt die Gewichte, mit denen dieser Rechner arbeitet. Die VPI-Abteilung 12 „Andere Waren und Dienstleistungen“ ist darin nach der HVPI-Klassifikation ECOICOP V2 in zwei Kategorien aufgeteilt (Nr. 12 und 13, zusammen 10,5%). Eine 13. Abteilung gibt es im nationalen VPI nicht.
| Nr. | Abteilung | Gewicht |
|---|---|---|
| 1 | Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke | 11.5% |
| 2 | Alkoholische Getränke und Tabakwaren | 4.1% |
| 3 | Bekleidung und Schuhe | 4.5% |
| 4 | Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe | 25.9% |
| 5 | Einrichtungsgegenstände, Apparate und Hausrat | 5.0% |
| 6 | Gesundheitspflege | 5.1% |
| 7 | Verkehr | 12.8% |
| 8 | Nachrichtenübermittlung | 2.5% |
| 9 | Freizeit, Unterhaltung und Kultur | 11.0% |
| 10 | Bildungswesen | 0.9% |
| 11 | Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen | 6.2% |
| 12 | Versicherungs- und FinanzdienstleistungenAbgrenzung nach HVPI/ECOICOP V2 — im VPI Teil der Abteilung 12 | 3.9% |
| 13 | Körperpflege und andere Waren und DienstleistungenHVPI-Abteilung 13 (ECOICOP V2) — im VPI Teil der Abteilung 12 | 6.6% |
Indexbasis: VPI 2020 = 100
Der nationale VPI wird auf Basis 2020 = 100 veröffentlicht. Auf diese Basis wurde er am 22. Februar 2023 umgestellt (ab Berichtsmonat Januar 2023; vorher galt 2015 = 100). Die nächste Umstellung auf das Basisjahr 2025 ist voraussichtlich für 2028 geplant. Vorbereitend erhebt Destatis die Preise bereits seit Dezember 2024 nach einem neuen Erhebungskatalog.
HVPI: seit Januar 2026 auf Basis 2025 = 100
Umgestellt wurde im Januar 2026 nur der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), das EU-weit vergleichbare Maß, auf das sich die EZB stützt:
- Neue Basis: 2025 = 100.
- Neue Klassifikation ECOICOP V2 mit 13 Abteilungen statt 12.
- HVPI-Abteilung 13: ‚Körperpflege und andere Waren und Dienstleistungen‘ wurde aus der bisherigen Abteilung 12 ausgegliedert; Abteilung 12 enthält im HVPI jetzt Versicherungs- und Finanzdienstleistungen.
- EU-weite Harmonisierung: Vergleichbarkeit zwischen den Eurozone-Staaten.
Was gilt für Indexmieten und Wertsicherungsklauseln?
Indexmieten (§ 557b BGB) und die meisten Wertsicherungsklauseln beziehen sich auf den nationalen VPI, derzeit Basis 2020 = 100. Die HVPI-Umstellung ändert daran nichts — bestehende Verträge müssen nicht auf 2025 umgerechnet werden.