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Cluster C — Schutz-Strategien (neutral)

Inflationsindexierte Anleihen

Inflationsindexierte Bundesanleihen (‚Linkers‘) gibt es in Deutschland seit 2006. Ihr Nominalwert wird an den HVPI gekoppelt — sie sind das einzige Instrument mit explizitem Inflationsschutz.

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), VPI-Wägungsschema Basisjahr 2020 (Revision 2023), ergänzt um die HVPI-Abteilung 13 „Körperpflege" (HVPI-Wägungsschema 2026). Aktuelle Inflationsdaten: VPI Mai 2026 (Destatis PM 199/2026). Stand: Mai 2026.

Information, keine Anlageberatung

Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a KWG dar. Vergangene Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Für individuelle Entscheidungen empfehlen wir einen unabhängigen Honorarberater. Mehr Details →

Wie funktionieren inflationsindexierte Anleihen?

Bei einer normalen Anleihe ist der Nominalwert fest. Bei einer inflationsindexierten Anleihe wird der Nominalwert mit der Inflation (HVPI Eurozone) multipliziert. Auch die Zinszahlungen wachsen entsprechend.

Beispiel: Du kaufst 10.000 € Nominalwert einer Bundesanleihe mit 0,1% Zins, indexiert. Nach einem Jahr mit 3% Inflation ist der Nominalwert 10.300 €, der Zins basiert auf diesem höheren Betrag.

Bundesanleihen mit Inflationsschutz

Die Bundesfinanzagentur emittiert seit 2006 inflationsindexierte Bundesanleihen. Aktuelle ausstehende Anleihen (Stand April 2026):

WKNLaufzeit bisRealrendite
DE00010307082030+0,8%
DE00010307162033+1,1%
DE00010307242046+1,3%

‚Realrendite‘ = Rendite OBEN auf die Inflation. Bei 3% Inflation und 1,1% Realrendite ergibt sich eine Nominalrendite von ~4,1%.

Pro & Contra inflationsindexierte Anleihen

Pro

  • Direkter Inflationsschutz (HVPI-Kopplung).
  • Hohe Bonität (Bundesanleihen).
  • Garantierte Realrendite zum Kaufzeitpunkt.
  • Liquide handelbar an der Börse.

Contra

  • Niedrige Realrenditen (oft <1,5%).
  • Bei Deflation auch Rückgang des Nominalwerts möglich.
  • Steuerlich komplex: Inflations-Aufzinsung gilt steuerlich als Ertrag.
  • Kursschwankungen während der Laufzeit (Marktrisiko).

Steuerlicher Aspekt

Wichtig: Die jährliche Inflations-Aufzinsung wird steuerlich als Ertrag behandelt — auch wenn du das Geld erst am Ende der Laufzeit erhältst. Das kann bei höheren Inflationsraten zu unangenehmer Steuerlast ohne Cash-Zufluss führen.

Alternative: Inflations-Indexierte Fonds/ETFs

Es gibt auch ETFs auf inflationsindexierte Anleihen, z.B. den ‚iShares € Inflation Linked Government Bond‘. Sie bieten Diversifikation über mehrere Eurozone-Staaten und reduzieren das Einzelwert-Risiko. Nachteil: TER von 0,1–0,3% schmälert die ohnehin kleine Realrendite.

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Häufige Fragen

Sind Linker besser als normale Anleihen?
Hängt davon ab, was der Markt für Inflation einpreist. Wenn der Markt 2% erwartet, du aber 3% erwartest, sind Linker für dich attraktiver. Andersrum: Wenn der Markt höhere Inflation einpreist als du erwartest, sind nominale Anleihen attraktiver.
Wo kann ich Linker kaufen?
An der Börse über jedes Wertpapierdepot. Die WKN findest du auf bundesfinanzagentur.de. Mindeststückelung meist 100 €.
Was passiert bei Deflation?
Bei den meisten deutschen Linkern wird der Nominalwert NICHT unter den Ausgabepreis sinken (Floor-Schutz bei Tilgung). Während der Laufzeit kann er aber durchaus unter 100% notieren.
Wie liquide sind Linker?
Bundesanleihen-Linker sind liquide handelbar. Spreads sind aber höher als bei normalen Bundesanleihen. Bei größeren Volumina sollte man Limit-Orders nutzen.