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Cluster C — Schutz-Strategien (neutral)

Inflation und Immobilien

Immobilien gelten als klassischer Sachwert. Sind sie tatsächlich Inflationsschutz? Welche Rolle spielen Lage, Finanzierung und Steuern? Information, keine Beratung.

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), VPI-Wägungsschema Basisjahr 2020 (Revision 2023), ergänzt um die HVPI-Abteilung 13 „Körperpflege" (HVPI-Wägungsschema 2026). Aktuelle Inflationsdaten: VPI Mai 2026 (Destatis PM 199/2026). Stand: Mai 2026.

Information, keine Anlageberatung

Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a KWG dar. Vergangene Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Für individuelle Entscheidungen empfehlen wir einen unabhängigen Honorarberater. Mehr Details →

Wie haben sich Immobilien historisch entwickelt?

Deutsche Wohnimmobilien zeigten 1970–2024 eine reale Wertsteigerung von ca. +1,5% p.a. (Bundesbank, vdpResearch). Allerdings mit großen regionalen Unterschieden:

  • München, Hamburg, Frankfurt: 1990–2024 +3,5–4,5% p.a. real.
  • Strukturschwache Regionen: teils real fallend.
  • Berlin: massiver Anstieg seit 2010, Korrektur ab 2022.

Mietkauf vs. Eigennutzung — Was ist Schutz?

  • Eigennutzung: Du sparst Miete (deren Inflation du damit nicht trägst). Heizung, Strom, Instandhaltung verteuern sich aber wie beim Mieter. Wertsteigerung ist nach 10 Jahren steuerfrei (§ 23 EStG, Spekulationsfrist).
  • Mietkauf zur Vermietung: Mieteinnahmen können bei Index-Mieten an die Inflation gekoppelt werden. Aber: Steuerpflicht auf laufende Erträge, Verwaltungsaufwand, Klumpenrisiko.

Kaufnebenkosten (Stand 2026)

PositionAnteil vom Kaufpreis
Grunderwerbsteuer (je Bundesland)3,5–6,5%
Notar & Grundbuch~1,5–2%
Maklerprovision (oft 50:50 geteilt)3,57% (= 7,14% inkl. MwSt geteilt)
Summe Nebenkosten8–13%

Detaillierte Berechnung pro Bundesland im Kaufnebenkosten-Rechner.

Pro & Contra Immobilien als Inflationsschutz

Pro

  • Sachwert mit Eigennutzungsmöglichkeit.
  • Kreditnehmer profitieren von Inflation (siehe Cluster D).
  • Mieteinnahmen können bei Index-Mieten mitwachsen.
  • Steuerlich begünstigt nach 10 Jahren Haltedauer.

Contra

  • Hoher Kapitalbedarf, oft Kreditfinanzierung erforderlich.
  • Klumpenrisiko (eine Immobilie = viel Vermögen an einem Ort).
  • Illiquide — Verkauf dauert oft Monate.
  • Hohe Nebenkosten und Instandhaltung.
  • Bei steigenden Zinsen sinken Immobilienpreise (Hebel-Effekt).

Steuerliche Aspekte 2026

  • Spekulationsfrist 10 Jahre bei Vermietung — danach Verkauf steuerfrei.
  • Eigennutzung: Steuerfreie Veräußerung schon nach kürzerer Haltedauer, wenn ‚im Verkaufsjahr und in den beiden Vorjahren‘ selbst genutzt.
  • AfA für Vermieter: 3% p.a. linear bei Neubau-Mietwohnungen seit 2023.

Information, keine Anlageberatung

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Häufige Fragen

Schützen Immobilien immer vor Inflation?
Nein. In Phasen stark steigender Zinsen (wie 2022/23) sinken Immobilienpreise — der Verkaufswert kann real sinken, auch wenn die Mieten nominal steigen.
Lohnt sich kaufen oder mieten 2026?
Hängt stark von Standort, Finanzierung und Lebensplanung ab. Generell: Bei sehr langen Haltedauern (15+ Jahre) und stabilen Lagen kann Kauf vorteilhaft sein. Aber: keine Empfehlung — bitte unabhängige Beratung.
Was ist mit der Erbschaftssteuer?
Eigenheime können bei Übertragung auf Ehepartner oder Kinder unter bestimmten Bedingungen steuerfrei vererbt werden. Detail: § 13 ErbStG.
Sind Immobilienfonds eine Alternative?
Sie reduzieren das Klumpenrisiko, haben aber andere Nachteile: Liquiditätsprobleme bei offenen Fonds, hohe Gebühren bei geschlossenen Fonds, Hebelrisiken. Auch hier keine Empfehlung.